Segelherstellung von Andreas Schiebel (GER 202)
(am Beispiel A-Rigg Großsegel bei M-Boot mit Polyesterzeichenfolie 0,07mm)
Dies ist meine persönlich Art einfache Segel herzustellen und gibt nicht unbedingt die Meinung aller wieder.

Wer noch viel Theorie zur Segeltrimmung sucht kann bei Lester Gilbert reichlich fündig werden

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Das Segel ist bekanntlich der ganze Motor einer Modellsegelyacht. Bei dessen Herstellung ist also viel Sorgfalt nötig. Trotzdem ist es eigentlich gar nicht so schwer gut geschnittene und profilierte Segel selbst herzustellen.

Ich benutze dazu ein aus Sperrholz gebaute Klebevorrichtung.(siehe unten) Sie hat im Querschnitt etwa das Profil einer Tragfläche. Der höchste Punkt liegt  auf 1/3 der Länge und wird auf der Schablone makiert. An der Klebekante neigt sie sich etwa um 2-3°.


Der Aufriß z.B. auf Packpapier(im Hintergrund die Klebeschablone)
 

Anhand eines alten Segels oder nach eigenen Wünschen (hierbei hiflt die
Segelgrößenaufstellung für M-Boote bei Herrn Piel gut weiter)  die Maße auf eine entsprechendes
Papier  eine resopalbeschichtete Hartfaserplatte (Baumarkt 50x220cm ca. 15 DM) aufgezeichnen.
IOM Boote haben feste Segelgrößen. (siehe auch Riggherstellung ) siehe Klassenvorschrift

Eine Aufrißanleitung von Thomas Dreyer als *.pdf Datei

Klassenvorschrift  M-Boote mit Segelberechnungsskizze



Die Achterliekrundung bei M-Booten muß laut Klassenvorschrift auf ein Kreisesegment eines 90 cm Kreises zu legen sein. Dazu Schablone mit Kreissegment und Gerade anfertigen und solange verschieben bis eine Verbindung vom achterlichen Punkt des Kopfbrettes und 1/4 Achterliekpunkt entsteht. Anolog dazu zwischen Schothorn und 3/4 Achterliekpunkt Schablone auflegen.
Gängig sind zwei Materialen in verschiedenen Dicken zur Segelherstellung bei Regattabooten. Gitter-Mylar (links)(Dicke unbekannt) oder Polyesterfolie (rechts) mit z.B. 0,07 oder 0,05mm. Die Zeichenfolie kann man sich auf A3 zuschneiden lassen, was den Vorteil hat, das der starke Drang sich einzurollen etwas verschwunden ist. ( ein Blatt pro Bahn) Bei Segel für die IOM Vermessung kommen wir aber mit dieser Bahnengröße nicht auf die vorgeschiebene  4 Bahnen(Groß) bzw 3 ( Fock). Deshalb muß entweder größere Blaetter (mehr Verschnitt) oder Rollenware genommen werden. Um dem Rollen entgegen zu wirken, bei jeder Bahn Vorder und Rückseite wechseln. 
Ein Segel soll ja ein Profil wie eine Tragfläche aufweisen, also einen Bauch haben und nicht ausgebreitet wie ein Brett dastehen (wie viele Segel in Bausätzen) Dieser Bauch soll nun auch nicht irgendwo sitzen sondern seine tiefste Stelle im Bereich der vorderen Hälfte ( erstes Drittel) haben. Um dies zu erreichen werden die Segel in Bahnen aufgeteilt.Dort wo das größte Profil im Segel sein soll (normalerweise bei 1/3 zum Mast) eine Linie zeichnen die bis zum Segelkopf  reicht. Darauf legen wir lose den Segelstoff  Bahnen und zeichnen am Rand diese Drittellinie durch . Diese Bahnen werden dann über die Klebeschablone zu einem Segel geklebt. Damit alle Einzelbahnen (bei PVC - Zeichenfolie, s.o. jedes Blatt) alle an der selben Stelle ihren Bauch im Segel bekommen, liegen die Bahnen schräg. 
Die Klebeschablone hat das Profil einer Tragfläche. Ich habe zwei 40x60cm 4mm Sperrholzplatten auf das Profil (20mm Pressspannreste) geklebt und verschraubt. (dazu brauche ich 4 Profilrippen, wobei eine etwas flacher ist) Diese zwei Teile werde nun so miteinander verbunden (Druckfedern und Schlosschrauben),dass eines der Profilteile um 2-3° nach unten abfälltt.(daher die etwas flachere Rippe) 
Durch die höchsten Punke des Profils zeichen wir eine Linie (unsere Drittellinie) für die größte Profiltiefe.


Diese Drittelinie ist nun unsere Linie für die Lage des größten Bauches im Segel (Drittellinie vom Segelaufriss s.o.) 
Nun wird eine Bahn (Blatt) des Segels am Stoß der Klebeschablone fixiert.  Mit dünnem Doppelklebeband (Tesa 4959-06) werden die Bahnen aneinander geklebt.Die naechste Bahn wird auf dem anderen (angeneigten Teil der Klebeschablone)so fixiert, das ein kleiner Rand das Doppelklebeband bedeckt.dann den schutzstreifen des doppelklebebandes  (am besten mit scharfen Messer) entfernen und beide Bahnen verkleben, gut andrücken, aber keine Spannung beim kleben erzeugen.
Dies geht nun so weiter bis alle vorbereiten Bahnen des Segels verklebt sind. 
Durch die Klebeschablone wird erreicht, daß an der Stelle mit dem größten Profil die Naht am schmälsten ist. Dies ist aber kaum zu sehen, da es sich hier nur um 1/10 mm handelt. 
Wichtig ist, das sowohl das Klebeband wie auch die vorherfixierten Bahnen ohne Spannung aufeinander geklebt werden.Je mehr Bahnen man macht desto tiefer wird das Profil. 

Nun werden die Konturen vom Aufriss auf das Segel übertragen(durchgepaust), wobei ganz wichtig wieder auf unsere Drittellinie geachte werden muß. 
Bevor nun das Vorliek zugeschnitten wird , braucht das Großsegel noch eine besondere Behandlung. Die meisten Masten stehen nicht ganz gerade, sondern sind  meist mehr oder weniger stark durch die Verstagung gebogen. Schneidet man nun das Vorliek ganz gerade, so wirft das Segel später am Mast Falten. Das Vorliek muß also eine über die ganze Länge verlaufende gleichmäßige Rundung aufweisen, die etwas stärker ist, als der Mast später gebogen ist. Auch bei einem geraden Mast ist eine solche Kurve zu empfehlen. (Im ersten Drittel ca. 3mm) 
Am Besten man legt den Mast auf das Segel und fixiert ihn mit Nägel. Dazu drückt man am Anschlagpunkt der Fock den Mast leicht nach vorne. Man erhält so die individuelle, dem Mast entsprechende optimal Kurve. Hier ist etwas experimentieren gefragt, denn wer weiß schon von vorneherein die genaue Mastbelastung. 
Das Vorliek des Fock kann diesen Bauch (max 2mm) im unteren Viertel haben, muß es aber nicht.
Das Segel wird dann mit Messer und (an den gebogenen Stellen) mit einer langen und scharfen Schere ausgeschnitten. 
Für die Verstärkungen an den Ecken der Segel sollte man versuchen Reste von selbstklebender Segelbeschiftungsfolie verwenden.(-hat der Segelmacher für die Ziffern in den Segel ) Hier sind den Gestalterischen möglichkeiten keine grenzen gesetzt. (schaut ruhig die Fotos auf unseren Seiten danach mal an) 

 

Bei M-Booten wird bei konventionellem Rigg ein Mast (drehbar) mit Keep (Nut) gefahren. 
Als Mastrutscher eignen sich hier längliche Kunstoffperlen ("Wachsoliven" 3x6 mm) die es in den Kurzwarenabteilungen einiger Kaufhäuser gibt (35 St. für 3,-DM). Dazu sägt man mit Laubsägeblatt 0 die Perlen auf. (entweder mit der Zange oder mit den geliebten Fingern) 
(ein oder gleich mehrere Perlen auf ein Sägeblatt gefädelt und dann einzeln durch sägen) 
ca. alle 10 cm eine Perle mit sekundenkleber fixieren und fertig. 

 

Beschriftet werden die Segel mit dickem wasserfesten Edding-Filzschreiber laut Kassenvorschiften. 
(dazu habe ich eine Schablone aus Holz gesägt, denn da kommt einige Arbeit noch auf uns zu) 
Segelnummernvorlagen gibt es unter  http://www.onemetre.net/Build/Digits/Digits.htm
 

 

Segel die nicht in einer Mastnut (Keep) gefahren werden, werden entweder mit sogenannten Mastringen (dünner (0,8mm) Federstahldraht) oder mit dünner Schnur (Dynema -Drachenladen) am Mast befestigt. Wobei darauf zu achten ist, daß das Segel nicht zu stramm am Mast festgebunden wird. ( Am besten dünne Holzleiste 3mm oä. miteinknoten, um an allen Ösen den gleichen Abstand Segel/Mast zu haben. Am Ende Mast Wagrecht halten uns sehen ob das Vorliek parallel zum Mast verläuft. 
Zur Verstärkung des Vorlieks am Großsegel wird gerne in schmale Streifen (ca. 8-10mm) geschnittenes Spinnakerreperaturtape (Segelladen) verwendet. Wenn keine kleinen Ösen zur Verfügung stehen, kann man auch mit einer heißen Nadel durch Tape und Segel stoßen (vielleicht Tape an dieser Stelle aufdoppeln). 

Für IOM Boote habe ich einen eigene Seite für ein selbstgebautes Rigg



 
 
 
 
 
 


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[letzte Änderung: 12.12.2002]