Die  LION- einen IOM
von G.Bantok als Low Budgetbau
Ein Beitrag von  Andreas Schiebel (GER 202)

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Ein Video findet ihr über die Videoseite

Einige Bilder von Stefans LION hier


Günter Döbliz machte es mir in Holz (Foto) vor
Herbert Petersen zeigt auf seiner Website wie es in Holz geht
Die Lion  von mir mit 3mm Balsaleisten und Epoxiüberzug

 

Nachdem ich schon ein recht eckigen (nein nicht rechteckige) 1-Meterrumpf gebaut hatte gelüsterte es mich nach was besterem. Nach einem Anruf beim Klassenobmann der IOM in Deutschland Heinz Bohn bekam ich den Plan der LION von Graham Bantok. Gott sei dank auch mit der Telefonummer eines Erbauers(foto siehe oben), denn der Plan war alles andere als selbsterklärend. Auch  Bantok (per e-mail) sagte nur, das er dieses Boot nur einmal gebaut und selten gefahren hat. Es ist als reines Holzmodellgedacht. da ich damit aber keine erfahrung und auch nicht das nötige Holz hatte, entschloß ich mich es mit Balsa/Epoxid zu bauen.
Meine Erfahrungen damit sollen hier kurz dargestellt werden.
 


Das Endprodukt. Meine LION



 
Der Anfang:

Der Schwarzestrich in der Mitte zeigt mir später den Durchbruch fuer die Kielflosse an

Nachdem ich den Spantenriß 10 Kopiert hatte, klebte ich ihn auf Pappelsperrholz (waren noch Reste vorhanden, heute würde ich besseres Holz nehmen).Auf einer Tischlerplatte fixierte ich anhand einer Mittellinie und Eisenwikel die Spanten. ( ich würde heute mit einem Vierkantholz eine größer Befestigungsfläche für die Spanten schaffen ( statt des Eisenwinkel). Die Eisenwinkel waren doch recht windig). Dann Schnitt ich aus 3mm Balsabretter ca. 3-5mm breite Leisten ab und begann mit der Kielplanke. Die Decksplanke auf dem Foto war nur der Steifigkeit der Spanten wegen festgeheftet. Mit sehr wässerigem wasserfestem Ponal und vielen Stecknadeln entstand so langsam ein Rumpf. Vorher habe ich die Spanten 1-8 noch mit Tesafilm gegen festkleben geschützt. Den Spant 9 habe ich aus Stabilitätgründen fest eingebaut, wie natuelich auch den 0. (Heck) und den  9.8 Spant (es gibt keinen 10er Spant, denn den Bug bildet am Ende ein harter Schaumgummi. (laut IOM Klassenbestimmungen)
(jeder der noch nie ein Bootsrumpf selbst hergestellt hat empfehle ich noch die etwas einschlägige Literatur.- Dies hier soll ja kein Buch ersetzen)
 

Wenn dann etwa 1-2 Wochen später die letzte Leiste eingepasst ist, geht es ans verschleifen. Hier merkte ich nun den Nachteil des weichen Balsaholzes. es bog sich in den Spantenzwischeräumen gerne durch. Daher nahm  ich den noch recht filigranen Rumpf und laminierte ersteinmal eine 49g Galsmatte in den Rumpf. Danach setzet ich alles wieder  auf die Spanten und strich den Rumpf nach einem groben Anschliff auch Außen mit Epoxi ein (ohne Glasmatte).
Dann schliff und spachtelte (Polyester Feinspachtel- Baumarkt) ich weiter bis mir die Lust verging.

Als ich dann der Meinung war, es sieht gut aus, lackierte ich den Rumpf mit irgendeinem noch vorhandenem Lack. Dadurch sieht man die Dellen und Furchen, die man noch vergessen hat, nochviel besser. Und weiter gings mit Spachtel und Schleifpapier.
 

Oben: Man sieht den eingeklebten Spant 9 und den spumpfen Bug mit Spant 9.8

Unten: Auch wenn es schon schoen glänzt, zu spachteln gibt es noch immer was.
 
 

 

Von den Zwischenstadien fehlen leider Bilder. 
Hier nun der fertige Rumpf mit dem ausgesägtem Heckspant.
Das Deck wurde nicht ganz nach Plan gebaut,da es mir sehr kompliziert erschien. Für den hinteren Bereich nahm ich 1mm Sperrholz und unterlegte es an den Stellen wo später Blöcke und die Antenne hin kommen sollen. Der Vorteil dieses offenen Heckform ist die Ruderanlenkung. Man muß nicht unter Deck eine Wasserdichten Ruderkoker bauen, sondern hat diesen mit seiner Öffnung über Deck. Das Ruder wird an Deck angelenkt und nur mit einer Madenschraube gesichert und ist so jederzeit demontierbar. (Tip: Achse am Sitz der Schraube flach feilen, und das Ruder verdreht nicht mehr so leicht.)
Das Vordeck ist ebenfalls aus 1mm Sperrholz. Um an die Segelwinde zu kommen sind zwei Serviceluken ausgeschnitten und mit Folie wasserdicht verklebt. (Auch Gewichtsgründe)
Vor dem Mast (nicht ganz Spant 5) gibt einen Spant (2 mm Sperrholz) der sowohl den Mastkoker hält wie auch das Vordeck. Unter Deck habe ich ihn aus Stabilitätsgründen auch Massiv gelassen. Würde ich aber heute aus Gewichtsgruenden doch aufsägen. Das Boot ist mit aufgeklebten Deck und seitlich am Rumpf abgestützem Schwertkasten (Thema Schwert siehe unten) sehr steif. Der Mast steht in einem Alurohr mit 13mm Innendurchmesser, damit noch Spiel überig bleibt um den Mast mit den Wanten und Stagen zu trimmen.

(Nachtrag: Um dem Mast mehr seitlichen Halt zugeben ist es besser ein 4 eckicgen Mastkoker zu bauen, der exakt die Breite des Mastes hat, oder bei erhöhtem Vordeck eine Mastnut vorsehen die den Mast seitlich hält.)

Um beim Mastwechsel nicht immer an den Spannschrauben der Wanten lose zu geben habe ich eine Spiralfeder (Baumarkt)in die Mastaufnahme gebaut. So hat das Rig immer die eingestellte Spannung. Zum auszuhaken der Wanten  muss nur der Mast etwas nach unten gedrueckt werden und es ist geung Lose im Rig.

Foto: Orange ist die Umlaufschot, davor Baumniederholer mit Lümmelbeschlag ("Baum an Mast Befestigung").
Außerdem sieht man noch die Hülse die die Befestigungschraube des Schwertes aufnimmt.

.Als erstes machte ich mir Gedanken über eine günstige und einfach zu bauende Baum-Mastbefestigung ( Der Lümmelbeschlag). Damit es keine Verwindungen  gibt muß sich auch der Baumniederholer (eins der wichtigetsenTrimmmöglichkeiten bei einer Modellyacht)in der selben Achse wie der Baum bewegen. Der Mast ist ein 2m langes 12mm Alurohr vom Baumarkt. Da ich daran nicht löten kann besorte ich mir ein Messingrohr mit 12mm Innendurchmesser (Graupner). Um auch bei leichten Winden ein reibungsfreies Ausschwingen des Baumes zu haben, entschied ich mich beim A-Rig für einen kugelgelagerten Lümmeklbeschlag. 2 Kugellager (Außendurchmesser 6mm, Innen 3mm) fand ich beim Modellbauhändler (Stück 7 DM), dazu ein  Messingrohr (innen 6mm) ein Messingrohraußen 6mm  und ein 3mm Messingstab. Klinkt erstmal recht teuer, aber bei den meisten liegen kleine Stücke dieser Messingrohre eh schon rum (wie bei mir). Also ca 6 cm 6mm (Innendurchmesser), darein ein ca 3 cm Stück 6mm (Aussendurchmesser) (je nach dicke der Kugellager) gesteckt, von jeder Seite ein Kugellager rein und dann nochmal zwei 5mm langes 6mm (Aussendurchmesser) Rohre zum Abschluß oben und unten drauf, mit Löt gesichert und fertig. Nicht ganz: der 3 mm Messingstab (leider mußte ich den noch etwas nacharbeiten, da die 3mm wohl eher 3,4mm waren) gebogen und in die Kugellager damit.
Unten etwas angefeilt, damit das Loch für den Baumniederholer besser zu bohen geht. 
Am Baum ( bei mir 10mm, geht aber auch 8mm) wird mit einem kürzen Stück eines Alustabes eine Aufnahme für den Messingstab eingepaßt. (Siehe Foto)  Der Baum muss sich nach oben und unten leicht bewegen können. Mit einem 1mm Stahldraht eine Achse gebaut und in den Baum geklopft.  Fertig. (Der Baumniederholer hatte ich mal ferig gekauft, kann man aber auch leicht aus dieversen Messingröhrchen und Messingmuttern selber bauen)
Klingt sehr kopliziert aber bei Unklarheiten email an mich.
Der Pendelfockbeschlag: ein Wirbel aus den Anglergeschäft. Eine Leinenverbindung tuts aber auch (Spectra aus dem Drachenladen). Die Schiene (KDH) zum leichteren Einstellen des Fockfußpunktes hatte ich noch. Geht auch mit 3 Ösen für die 3 Rigs. Ist nur umständlicher.  Die Segel werden bei mir mit selbstgedrehten Spiralhacken gehalten. Um eine etwa 1 mm kleineres (als der Baum) Rohr mit 1,5 mm Stahldraht biegen und dann auf den Baum aufschieben. Der Teil mit der Kugel hilft die Spannung fürs Verschieben etwas wegzunehmen.. 
Deutlich sieht man auch die Schotführung.Mit 1 mm Stahldraht eine Führung (rechts) und ein Haken mit Klemmschieber zur Schotarretierung. Mehere Löcher (links) lassen ein besseres anpassen an die Schotlänge zu, da der Klemmschieber nur im kleinen Bereicht wirkt.

 
 
 
Um die Schot direkt unter dem Großbaum zubekommen, (Großsegel kann nur so ganz dicht genommen werden), steckt ein 6mm Alurohr leicht schräg nach hinten im Deck. Oben wird eine Schotfürung gebaut, damit die Schot somit direkt unter  die Schotführung des Baumes gelangt. 
Der Großbaum, mit der Schotanlenkung und der Rumpföffnung
Wie schon oben zu sehen, sind bei mir alte Espressodosen mit ihren wasserdichen Deckel als Zugang zum Schiffsinneren eingebaut. Die Dose ca.2 cm unterm Rand mit einer Flex (sch....-arbeit) abtrennen und mit Epoxi (mit Microballon eingedickt) eingekleben.. 
Hier auch gut zu sehen die Rudermaschine (im wahrsten Sinne des Wortes) und das mit Epoxi überzogene Balsa des Rumpfes.
Foto links: Die Fockschot wird über einen Block und einem Bowdenzugröhrchen auf Vordeck geführt.
Foto rechts. Gut sieht man auch die einfach Ruderanlenkung mit 2mm Eisenstab.

Die "Umlaufschot" (Orange)kommt vorne durch ein Bowdenzugröhrchen von der Winde (Graupner Regatta o.ä.)an Deck und wird mit einem Block(Kugelgelagerter von KDH ca.20 DM) am Heck umgelenkt.. Da es bei mir nicht eine richtige Umlaufschot gibt, wird die Spannung durch einen Gummi (Maurergummi aus dem Baumarkt) hergestellt. Die ersten Versuche ergaben, das der Gummiweg zu kurz war. (am Schott befestigt). Entweder war er bist zum geht nicht mehr gespannt oder aber er war zu locker um die Schot bei aufgefierten Segel straff zu halten. Der glücklich Umstand, das ich vorne für die Umlenkung der Großschot einen Doppelscheibigen Block  hatte, wurde kurzer Hand der Gummi über die frei Scheibe des Blockes wieder zum Heck umgelenkt und dort befestigt ( am Block geknotet). Dadurch wurde der Gummizug länger. Funktioniert einwandfrei.
Zwischen Gummi und Schot (dort wo auch dann die Fock- und die Großschot festgeknotet werden) habe ich noch einen kleinen Wirbel (Anglerladen) geknotet, damit ein Drall vom Gummi sich nicht in der Schot fortsetzen kann.

 

Das Thema Schwerter wurde oben nur kurz erwähnt. Über einen Internetkontakt bekam ich günstig (80 DM) eine Kielflosse und ein Ruder aus Kohlekevlar. Da dies inzwischen Standart ist, habe ich mich entschlossen diese High Techteile zu verwenden. Für mein erstes IOM Boot habe ich aus Bootsbausperrholz ( 2x 2mm auf ein 5mm Stück) eine Finne gebaut, die dann profiliert zugeschliffen wurde und anschliessend lackiert.Der Schwertkasten wurde in diesem Falle auch aus Holz gebaut.
Für meine CFK Flosse laminierte ich aus mehreren Lagen Glasmatte ein Schwertkasten. (Flosse mit Trennwachs einpinseln und drum und drueber laminieren. Vorher noch eine Messingröhrchen über das Gewinde der Flöosse für den  Decksdurchbruch) der Schwertkasten wird dann mit Hilfe einer Holzschablone (Loch für das Röhrchen exakt in der Mitte )in den Rumpf eingeklebt. 
Das Blei für das Holzschwert habe ich über Heinz Bohn bekommen (ca.28 DM). Das andere kaufte ich bei irgendeiner Veranstaltung von einem Mitstreiter. Demnaechst werde ich mich aber am Selbergiessen versuchen.

Endlich in ihrem Element
Das Herstellen der Segel und Riggs  findet ihr auf einer anderen Seite.
bei Fragen traut euch und schreibt mir.
Ich hoffe es war etwas hilfreich. Beim nächsten Boot (wird rein in Rotzeder gebaut) werde ich mehr fotografieren, damit ihr auch vom Einbau noch was seht.


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[letzte Änderung: 15.12.2003]