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KITE, ein erneuter Versuch
Ein Bantokbauplan von Rcsegel.de

Die Bauberichte meiner ersten Versuche, wie auch die Herstellung der Urform gibs hier.


Warum schon wieder einen KITE, wird sich mancher denken, hat doch schon 3 gebaut.
Ein wichtiger Grund war, dass ich ein anderes Kielschwert bekommen habe, dass wesentlich breiter ist und dem im Plan gezeichnetem schon sehr nahe kommt. Ich hatte bei meiner alten Kite immer Probleme bei zu nehmendem Wind auf dem Vorwindkurs. Das Boot stecke schneller als Andere die Nase ins Wasser. Deshalb habe ich die Version 3 ja schon vorne voluminöser geformt. Hat aber nur einen kleinen Erfolg gebracht. In einigen Diskussionen mit anderen IOM-Seglern, bin ich zu dem Entschluss gekommen, doch mal ein breiteres Schwert zu probieren.
Um nicht ganz in die Routine zu verfallen, hatte ich mir noch vorgenommen so leicht wie möglich zu bauen und sowenig wie möglich Holz zu verwenden, da unter Deck man einfach nicht sieht , wann es anfängt zu rotten. Hier ein paar Bilder vom Bau .

 
 
In meiner schon vorhandener Form laminierte ich mit wenig Gelcoat (ca 60g-70g) je Seite 2 Lagen 160g Köper Glasgewebe.
Ich teile die Seiten deshalb, damit es im Kielbereich zu einer Überlappung der Matten kommt und die Schale dort stärker ist. Um fürs Einkleben der Kieltasche eine gut haftende Oberfläche zu bekommen, und aber vorallem um überschüssiges Harz aufzunehmen, kam als letze Lage ein Nylonabreisgewebe in die Form. Nachdem Entformen und Beschneiden wog die Schale 307g. Meine anderen Versuche lagen bei 340g.
Der Rumpf wird ncoh in der Form mit 2 Kiefernleisten (3x5mm), als Decksauflageleisten versehen. Diese steifen die ganze Schale aus. Danach kann man die Schale aus der Form nehmen und so weiter arbeiten.
Gleich mit dem Lamainieren des Rumpfes habe ich mir das Vordeck mit gebaut. Auf eine gewachste Plexiglasplatte kam das überschüssige Gelcoat. In einigen Tests hatte ich vorher festgestellt, dass um ein einigermaßen stabiles Deck zu erreichen man 4 Lagen 160g Gewebe nehmen muss. Da dies mir aber viel zu schwer erschien, wollte ich 3 mm Balsa als Träger nehmen und darauf nur 2 Lagen 80iger Glasgewebe auf das Gelcoat laminieren.. Die offene Holzseite strich ich mit dem Rest des Epoxidharzes ein. Leider ist hier das aufbringen einer Lage Glas nicht möglich, da sonst ein Sandwichmaterial entstehen würde, welches laut Klassenvorschrift nicht erlaubt ist. Das Vordeck wird anhand einer Pappschablone grob ausgeschnitten. Wichtig ist es in der Mitte einen sauberen geraden Schnitt zu haben.. Diese Kante wird noch leicht angeschrägt und dann im Winkel des erhöhten Vordeckes zusammen geklebt. Mit Epoxid und einem Galsgewebeband zur Stärkung. Zugleich habe cih einen kleines stück kiefernleiste angebracht, damit dort die ösen für die Fockaufhänung ein gegenlager haben. Die Decköffnungen habe ich als Servicelöcher gedacht, da bei mir die Winde vor dem Hauptspant sitzt. Sonst kann es auch zu bleiben.
Die spannenste Arbeit, (weil soviel davon abhängt) ist der Einbau des Kiels, bzw. der Kieltasche in den Rumpf. Da ich schon in der Orginalform die Rumpfmitte makiert habe, brauche ich nur die Dicke des Kielkasten abmessen und genau mittig auf den Rumpf übertragen. Die Frage, welchen Abstand nun der Kielkasten vom Bug (oder Heck) hat, muss man aus dem Plan interpolieren. Da ich nicht die Orginalbreite des Kiels habe, muss ich etwa abschätzen wie weit der Kielkasten vom des gezeichneten Kielkastenvorderkante abweicht. Sicher ist man sich da nicht. Hatte aber bisher immer Glückge habt. Kleine Ungenauigkeiten (Luv- oder Leegierigkeit) werden mit der Mastposition ausgeglichen. Deshalb habe ich gerade bei diesem Bau einen recht langen Mastkasten vorgesehen.
Der aus 1,5 mm Epoxidplatten selbstgebaute Kielkasten, schaut unten aus dem Rumpf. Wenn man sauber arbeitet muss man nachher nicht einmal spachteln oder schleiden. Damit das angedickte Epoxid nicht durch kleinen ritze hindurch kann (und den Rumpf versauen), klebe ich alles mit viel tesa ab.
Nun muss das Schiff genau im "Wasser" auf gebaut werden. Auf einem Bootsständer liegt das mit akkusbeschwerte Boot. Die Wasserlinie wird exakt Waagerecht gelegt. 2 Lote (vor und hinter dem Kiel) an den Rumpf mit Tesa geklebt. 
Man sieht, dass ich den Kiel von unten abgestützt habe, damit mir nicht das Ganze herausfallen kann.
 Mit einer Wasserwaage wird auch das Schiff auch in der Querachse in "wasser" gebracht. Der Akku hilft hier das Schiff zu stabilisieren.
Der Kielkasten wird untenherum mit einem Glasgewebeband sicher in den Rumpf laminiert. In das feuchte Harz lege ich gleich je 2 Glasrovinge, um später die Wantenkräfte von den Rumpfseiten nach unten zu leiten.
Den Heckspant wollte ich diesmal nicht aussägen, sondern bog ihn mir mit 2, im kochendem Wasser weich gemachten, 2mm Kiefernleiten. Zum Trocken wurden die Leisten in den Rumpf gespannt (Schale in die Form, dann hat man am wenigsten Verzug), und mit Sekundenkleber zueinander in Form verleimt.
Später wird der Heckspant mit Epoxid in den Rumpf geklebt.
Man sieht hier auch den Hauptspant (Vordecksspant). Auch dieser ist aus Balsa und Glasmatten laminiert. Die Höhe des Vordeckes ist Geschmacksache. Ich ziehe nur den Spant etwas nach unten um für den Mastkoker und damit auch für den Kielkasten eine Versteifung zu haben. 
Man sieht auch den eingebauten Ruderkoker. Dieser wird analog zum Kiel mit sauber ausgerichtetem Rumpf, 2 Loten und eingesetztem Schwert,  in der Peilung eingebaut.Ruder dazu einsetzen und Lot direkt am Ruder mittig befestigen. Der Hartholzklotz dient als Versteifung und ist nachträglich erst mit Epoxid versiegelt worden.
 Im Vorschiff wird quer die Halterung für die Segelwinde eingeharzt. Ich habe dabei gleich einen feste Verbindung zum Schott hergestellt. Somit ist das alles eine feste Einheit und sabilisiert sich gegenseitig,
 Die Masttasche habe ich auch wieder aus 1,5 mm GFK-platten gebaut. (ich gebe zu hier ist nicht wirklich auf Gewichtseinsparung geachtet worden.). Der Schwertkasten hatte genau die Dicke die ich innen im Mastkoker haben wollte.(12,7 mm für die leichten dicken Alumasten). Mit Glasgewebestreifen wird alles gut verklebt (auch mit dem Schott). Um später nicht also viel Wasser spazieren zu fahren, habe ich den unteren Teil mit einem Balsaholzklotz aufgefüllt.
 Den Servohalter habe ich mir in einen in formgebogenem und gewachstem Alurohling laminiert. Habe dafür meinen 160g reste vom Rumpf verwendet (bestimmt an die 5-6 Lagen). wiegt 13g
Das Heck war früher eine 0,8-1mm Sperrholzplatte. Beim probieren mit Laminatdicken habe ich auch eine große Platte auf das Plexiglas laminiert mit 2-3 Lagen 160g Galsgewebe). Diese hat ungefähr das Gewicht und Festigkeit der Sperrholzplatte, ist nur Witterungbeständiger und hat einen glatte Oberfläche. Ein Vorteil noch: Man kann so schon hindurchsehen und innen beim bauen alles kontrolieren. (und leider auch verlaufenes Harz sehen)
 Da die Segelwinde genau mittig sitzt, mußte ich nun doch beide Seiten des Vordeckes mit einem Serviceloch versehen.
 Als Decksöffnung ist die allseits bekannte Kaffeedose wieder in Gebrauch. Mit Flex abschneiden, entgraden, anzeichen, aussägen, und einharzen. Den Servobock habe ich so eingebaut, dass die Servorbefestigungsschrauben durch die Decksöffnung erreicht werden, aber gleichzeitig für einen 6 Zellenblock AA-Zellen zwischen Kieltasche und Bock Platz ist.
Gut sieht man die Kieltasche, der noch eine Decksbohrung fehlt und die lange Masttasche.
 Um die Schot der Winde nicht direkt durch das Schott führen zu müssen (habe damit nun öfters schon Probleme, da der Winkel der Schotführung auf die Windentrommel ungünstig ist, und damit die Schot öfters von der Trommel springt), habe ich einen losen Kugellagerblock an einem Wirbel (Anglerladen) in die Verstärkung (zusätzlich noch ein kleinens Sperrholzbrett angeharzt) des Vordeckes geschraubt.
Demnächst werden die beiden Deckshälften fest aufgeklebt. Nicht aber ohne vorher noch alle Blöcke, Umlenkeösen, Wanten und Achterstagsösen und Travellerstab einzubauen.
Rumpfgewicht ohne Elektrik mit allen Bechlägen ca.850g.
(kann ich erst genau sagen wenn alles verklebt und verschiffen ist.)
   
   
   Gewichtsbilanz: rohe Schale 307g
mit Deck und Beschlaegen 850g
Schwert 150g
Ruder 30g
Winde (graupner regatta) 100g
Ruderservo 50g
Empfänger 30g
Akku 700mA 80g
optional: Akku 1800 mA 175g
Grossbaum mit beschlag 70g
a-Rigg 370g (Baumarkt mast)
b-rigg 260g (baumarkt mast)


...und so sieht sie nun aus, nachdem sie professionell lackiert wurde (photo: gerry gross)


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[letzte Änderung: 14.09.2004]