Die  KITE eine IOM-Regattayacht
von G.Bantok als Positiv/Negativ GFKbau
Ein Beitrag von  Andreas Schiebel (GER 202)

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VORWORT:
Dies ist der Bericht meines ersten Versuches eines Rumpfbaues mittels der Positiv/Negativtechnik und GFK-laminats.
Das meiste Wissen ist angelesen bzw. von erfahreren Mitsegeln abgefragt. Da es aber meines Wissen darüber wenig öffentlich zugängliche Informationen gibt, habe ich beschlossen, auch mein "Halbwissen" mit allen Fehlversuchen hier wieder zu geben um anderen den Mut zu machen auch ohne Erfahrung einmal den Versuch zu starten, das eigene Boot zu bauen.
Um Ergänzungen und Verbesserungen freue ich mich sehr und arbeite sie gerne hier ein.

 KITE - das Endprodukt

Nachdem mein erstes regattafähiges Einmeter Boot  (LION-Baubericht hier) aus Balsaleisten mit Epoxiüberzug entstanden war,
sollte das nächste Boot ein reines GFK-Boot werden.
Die KITE ist ebenso wie schon die LION aus der Feder Graham Bantoks. Sie gilt als Nachfolger dieser,  ist um einiges breiter und mit dem
Computerprogramm VPP strömungstechnisch vermessen. ( Den Plan gibs bei www.rcsegel.de für ca 30,- €)

Da ich es nicht für sehr viel mehr Arbeit ansah und ich mir das Ergebnis wesentlicher schöner vorstellte, entschloß ich mich das
Boot in einer Negativform zu bauen. .
 

Die einzelen Spanten aufgeklebt auf 4mm Pappelsperrholz.
Mit grünem Leuchtstift sind Innenkonturen nachgefahren
um beim Sägen nicht den Überblick zu verlieren

Der Anfang:

Nun zu aller Anfang ist es aber wie mit allen Booten. Ersteinmal muss aus dem Plan der Riss 10x rauskopiert werden.
Diese werden mit Sprühkleber auf 4 mm Pappelsperrholz geklebt und ausgesägt.

Tipp:
Da meine Dekupiersäge über ein festinstallierten Schleifteller verfügt, säge ich den Spant nur
etwa bis auf 2-3mm an die Linie heran und schleife den Rest sorgfälltig weg.

Auf einem ca. 120 x 30 cmBaubrett, Tischlerplatte, wird eine Mittellinie gezeichnet, und die in 10cm abstanden rechtwinklig dazu die hilfslinien der spanten. Da die Boote nur 98 cm lang werden (vorgeschriebener Gummifender laut IOM Klassenbestimmungen) gibt es auch keinen Spant 10 sondern nur einen mit der Nummer 9,8 (98cm vom Nullspant ,Heck entfernt.). Mit Hilfe von rechteckigen Kiefernleisten werden die Spanten ausgerichtet und festgeschraubt. Genau arbeiten!!

Die Spanten sind ausgestrakkt, da heißt die Planke kann voll auf dem Spant aufliegen, auch wenn sie schräg anliegt. Die spanten stehen alle ausgerichtet, Kleine, exakt gleiche Holzbrettchen versteifen das Spantengerüst. Die erste Planke liegt zur Probe schon einmal an. 

Planke um Planke wird  nun aufgeklebt. 
Da das Ergebniss, im Gegensatz zu reinem Holzboot nachher sowieso nicht zu sehen ist, habe ich die Planken genommen wie sie waren.(keine Verjüngung am Bug bzw Heck).
Geklebt wurde mit Ponalexpress, (nicht wasserfest, aber das Boot bleibt ja in der Werkstatt- dient ja nur als Form).dadurch lassen sich auch mehr als nur ein Plankenpaar protag aufbringen.
Mit Nadeln wurde die neue Planke an die vorherige gepresst (nicht durchs Holz stechen, da dabei meist das Holz gespalten wurde.). Wo dies nicht reichte, halfen Haushaltsgummi, Klammern und Schraubzwingen.
Nachdem etwa bis zur Wasserlinie geplant war, brachte ich die Kielplanke in 2 Teilen auf. (-die KITE hat ein ausgesprochenen spizen Kielbereich um das Schwert).Dadurch habe ich auch einen durchgängige kielplanke im Bug und heckbereich, das das Anschmiegen der restlichen Planken recht leicht werden läßt.. Meist reicht eine einfache Anspitzung der einzupasenden Planke.
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Nach einsetzen der letzten Planke, überkommt einen das Gefühl von "endlcih fertig", dabei fängt es nun erst richtig an. Mit reichlich Polyester Feinspachtel und Schleifpapier geht es nun die unsaubere Arbeit auszubessern. D
a ich sehr schlecht geschnittene Zedernleisten hatte, musste ich die unterschiedlichen Dicken stark ausbessern. Es empfiehlt sich auch hier nicht mit Ausschuß zu arbeiten, und gleich mit hochwertigem Material zu arbeiten. Es spart viel Arbeit und Spachtelmasse.
Als ich dann der Meinung war, der Rumpf sieht gut aus, lackierte ich den Rumpf mit irgendeinem noch vorhandenem Lack. Dadurch sieht man die Dellen und Furchen, die man noch vergessen hat, noch viel besser. 
ja, und weiter gings mit Spachtel und Schleifpapier.

Beim weiteren Schleifen wird der Lack fast wieder abgeschliffen. Um fürs Abformen das Holz aber ganz zu glätten und zu grundieren, verwende ich einen Filler und Grundierspray aus dem Autolackbereich (Baumarkt).
Auch heir werden dann nochmals einige Unebenheiten sichtbar. Also nochmals zum Spachtel und Schleifpapier gegriffen.

Man kann auch die Einkerbung am späteren Kielaustritt am Rumpf erkennen. Ebenso am etwigen Ruderdurchbruch habe ich die Mittellinie gekennzeichnet, da dies später nur schwer wieder zu finden ist.

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Dann ist es endlich soweit.Auf den fertig verschliefenen und grundierten Rumpf, kommt Trennwachs und ein Folientrennmittel. (- Ich bediene mich hier ausschleisslich der Produktreihe von R-G.de. Im Kkatalog wird dort auch eine Anleitung geliefert um auch für Unerfahrene eine erste Form herzustellen.)
Nachantrocknen des Folientrennmittels wird Formenharz angerührt. Ich benötigte ca. 200g. Dieses wird dann mit einem breiten Pinsel sorgfälltig aufgetragen. 
Danach ist ersteinmal ca. 3 Stunden Pause bis das Harz
angeliert ist.
In der Zwischenzeit können bereite ich die Galsfasrematten vor. Dirkt auf das Folienharzkommt bei mir eine 8og Matte, gefolgt von eienr Lage 163g. Als Abschluß habe ich eine 580g Glasrovinggewebe.Man Kann nun nochmals eine 160g und 80 g Matte darauflaminiern um eine symetrischen Aufbau der Form zu bekommen. Ich habe dies nicht gemacht. (Kostengründe).
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Nachdem das ganze mindestens 24 Stunden getrocknet hat, wird die Form von Urkörper getrennt.( Falls im Keller gearbeitet wurde, empfehle ich das Ganz in einen beheizten Raum zubringen. Es härtet wesentlich besser aus )
Mit kleinen Holzkeilen, etwas Kraft und Gewalt, wird es irgendwann plopp machen und  das Ganze ist getrennt. 
Bitte etwas Gedult mitbringen. hier merkt man wie gut man mit dem Trennmittel umgegangen ist. 

Mein erster Versuch (Foto) war die reinste Pleite. hatte ich noch keinen Filler benutzt und das Harz hat sich am Holz (trotz Trennmittel) festgesetzt.. 

Aber nun gehts auf zur nächsten Stufe. Wir wollen doch endlich unsere fertige Rumpfschale zum Ausbau haben.
Dazu wird Gelcoat (ca.150g) angerührt und in die wieder mit Wachs und Folientrennmittel behandelte Form aufgetragen. Ich habe bei diesem Versuch nur den Pinsel verwendet. Empfehle aber auch schon hier eine Schaumstoffrolle zum Auftragen zu verwenden. wird viel gleichmäßiger.
Dann unbedingt wieder die 3 Stunden Angelierlzeit warten, da sonst das Gelcoat noch zu weich ist und man schnell mit dem Laminat auf die spätere Außenhaut durchdringt.
Der Rumpf wird aus 2 Lagen 163g Glasgewebe aufgebaut. 
Um im Hauptlastbereich um den Kiel und das Ruder eine dickeres Laminat zu erhalten, lege ich die Matten für jede Rumpfhälfte getrennt ein. Dadurch bekommt man im Kielbereich eine Überlappung von einigen Zentimenter. (Den Tipp hatte ich von Heinz Bohn)
Im engen Bugbereich muß man mit angedicktem und mit Glasschnitzel verstetztem Harz aufgefüttert werden, da man das Galsgewebe nicht um so enge Rundungen biegen kann und es sich wieder abhebt.

Auch wenn es erstmal danach aussieht, das das viel zu dünn wird, nicht verlocken lassen noch mehr darauf zu laminieren.. Auch mit dem Harz sparsam um gehen. Das Verhältnis von 50:50 bei Harz und Glasgewebe sollte eingehalten werden.
Mein erster Rumpf wurde nämlich fast 200g zu schwer, weil ich einfach noch einige "übrige"Mattenreste  in den Kielberecih legte und "gut" Harz draufgab.

Das Entformen ist wieder etwas Kraftarbeit, ging aber wensentlich einfacher als bei der Urform.

Da liegt er nun der erste Rumpf ganz in weiß.

Die überstehenden Ränder werden mit einer kleinen Trennscheibe (Dremel) abgetrennt.
 

Auf dem Foto ist im Hintergrund der Versuch zu sehen ein Farbiges Dedeck gleich mit zu laminieren. Dazu brachte ich eingefärbtes Gelcoat (Farbabstimmung war wohl nicht ganz in Ordnung) auf eine Plexiglasplatte  auf und legte 3 Lagen 163g Matte darauf. 
Meine Erfahrung: Laßt es bleiben!
Mit 0,8mm oder 1mm Sperrholz als Deck sieht die Gewichtsbilanz (auch Bestimmt die Stabilität) besser aus.
 

Das Kohlefaserschwert habe ich letztes Jahr am Wolfgangsee von einen Polen gekauft, die damit ihre Haushaltskasse aufbessern und für die 50€ kann ich es nicht so gut selber machen.
Aber es steht jedem Frei auch ein Holzschwert nach Bauplan zu bauen. Mit wasserfestem mehrlagigem Sperrholz auf Profil geschliffen und mit Glas verstärkt geht dies auch sehr gut.
Ansonsten bietet Heinz Bohn diverse Schwerter n CFK an.

Um aber eine Kieltasche, egal für welches Schwert zu haben, nehme ich den Kopf des Schwertes, behandle ihn mit Wachs und Folientrennmittel und baue mit 80g Glasgewebe eine mehrlagige Kieltasche. Dazu habe ich die Matten nicht um die Kanten gelegt sondern die matten von beiden Seiten sich flach trefen lassen. 
Oben an der Gewindestange habe ich gleich das Messing rohr als Aufnahme mit einlaminiert.

Tipp: Anders als auf den Fotos zu sehen empfehle ich, die Decksauflagenleisten an der Schale als erstes an zu bringen. Dazu die Schale unbedingt wieder in die Form setzen um einen Verzug der Schlale zu vermeiden. Auch das Heck noch in der Form einpassen und einkleben. Danach ist die Schale ausreichend steif.
Bei meiner ersten KITE habe ich mich entschlossen, der einfachthalber ain flaches Deck zu bauen. ( eine andere Variante: finden sie weiter unten )
.Um das Heck etwas Yachttypischer zu machen, habe ich mich entschlossen einen negtiven Spiegel anzubringen. Dazu habe ich das Heck schräg abgeschnitten und ein Sperrholz eingepasst.
Geklebt habe ich. wie fast alles andere mit eingedickten (Microballons)Epoxiharz.
Die Mittellinie habe ich gleich mit angezeichnet um beim Schwertkasteneinbau eine Bezugslinie zu haben.
Nun erfolgt der Schwertkasteneinbau. 
Ein ganz wichtiger und für das Segelverhalten des Bootes ganz wichtiger Bauabschnitt. Daher war ich angespannt ob ich den Kiel sauber ausgerichtet bekomme. Die Maße für die Kielöffnung im Rumpf habe ich dem Plan entnommen.Die mittige Position habe ich, mit der schon in der Urform mit einem Einschnitt gekennzeichent Markierung,  schnell in der Schale wieder gefunden.
Um die Kräfte des Kiels auf zu nehmen versteife ich die Kieltasche mit dem Rumpf über ein Holzbrett, in das spater auch der Eletrobecher und die Segelwinde nebst Servo Platz finden soll.
Eine mit Hutgummi gespannte Mittellinie hilft beim Ausrichten.
Meine Methode, den Schwertkasten ganz durch den Rumpf zu stecken und später bündig zuschleifen und zu verspachteln geht nur wenn man bereit ist das Schiff zu lackieren. Ansonsten  muß der Schwertkasten der Rumpfform innen angepasst werden und dann ausgerichtet werden. Der Rumpfdurchbruch wird dann mit Feile nach dem Aushärten bearbeitet.
Beim Rudersystem habe ich  mich für das sehr verbreitete KDH system entschieden.
Nachteil: Durch die Klemmfeder kann man nicht mit einem Holzklotz den Ruderkoker stabilisieren. 
Ich habe später nach diesem ersten Einbau, noch eine Kiefernleiste von Seitenwand zu Seitenwand zwecks Stabiliät eingepasst .

Um für das Deck genug Auflageflächen zu haben baute ich aus Kiefernleisten diverse Decksbalken und Stringer ein.
Hier sieht amn auch schon die Aussparung für den Elektronikbehälter. Das Mastrohr (innendurchmesser 13mm) ist nur provisorisch ingesteckt.
Dann kommt das Deck. 
Da mir das Ganze doch recht schwer erschien, schnitt ich  aus der GFK-platte, soviel wie vertretbar war, an Aussparungen aus. Dann passte ich das Deck genau ein. Als  Decksauflage am Rumpfrand klebte ich mittels Sekundenkleber ca 3x3mm Balsaleisten ein, vorauf dann das eingedickte Harz zum Deckaufkleben auch besser hält.

Wenn nun rundrum eingehartz ist  kommt das Deck darauf. Mit viel Gewichten darauf wird das Ganze nun trocknen gelassen.

Dann habe ich mit Hilfe eine Holzstabes und eines Lotes den Mastkoker ausgerichtet und eingeklebt. Auf dem Foto sieht man auch die Eleektronikbox. (-behüttete früher einmal Gummibären vor dem weglaufen)
 
Eine andere Möglichkeit das Deck zu bauen, 
ist das Vordeck zu erhöhen
und das Heck als Skiff auszuführen

mehr dazu hier:

   
Im Gegensatz zum Schwert wollte ich das Ruder selber bauen. 
Aus dickem Karton fertigte ich eine Schablone vom Ruder, die vorallem die Anpassung an die Rumpfform wiedergibt  Die Größe habe ich von anderen Rudern abgenommen.
Aus selbstgeklebtem Balsasperrholz (3x2mm) sägte ich nun die Form aus und schliff eine symetrisches Profil hinein. Die Sperrholzschichen helfen etwas, da man dort sieht auf welcher Seite noch Material abgenommen werden muß.
Die Steckruderachse bekommt man bei KDH Rudersystem gleich mitgeliefert. Dann wird die Ruderachse in den Koker gesteckt und das Ruderblatt hingehalten um den Ausschnitt für die Ruderachse anzuzeichnen. 
Die Achse wird eingeharzt und verspachtelt.
Dann erfolgt ein 2 Arbeitschritten (jede Ruderseite extra) ein auflaminieren von 2 lagen 49g Glasgewebe.Vor dem Laminieren der anderen Seite wird das überstehende Gewebe abgeschnitten. 
Dann erfolgt wiederholt das Spachteln und Schleifen bis eine glatte Oberfläche uns zufrieden sein läßt.
Am Ende wird das ganze grundiert und lackiert.
Das Ganze ist genauso steif wie eine CFK flosse und wiegt auch nicht mehr. 
Ob es auch beim Schwert funktonieren würde mit Balskern und Glasgewebe, weiß ich nicht. Ein Versuch wäre es wert.

Nun gehts ans Lackieren. 
Dazu verwende ich nach einigen frustierenden Versuchen mit irgendwelchen Buntlacken, nur noch Auto-Lack aus der Sprühdose. Trocknet Staubfrei schon nach 20 Minuten auf.
Lieber mehrere Lagen als gleich zu dick auftragen.

 
Beim Decklayout halte ich mich an die klassischen Anordnungen. Die Schot von der winde kommt vorne am Bug über ein unterm Fön gebogenes Bowdenzugröhrchen an Deck. Unter Spannung gehalten durch einen Gummi (mauergummi aus dem Baumarkt) der an der Achterstag Öse festgeknotet wird. 
Die Elektronikbox habe ich ganz am Schluß mit Silikon eingeklebt.

Umlenkrollen für Fock und großschot sitzen nebeneinander. Überall wo Beschläge angebracht werden ist das Deck mit etwas Sperrholz unterfüttert. Durch die großen Decksausschnitte ist das nachträglich recht einfach möglich.
Das Kielblei wird nun schon einmal mit 2  Metallstiften  provisorisch befestigt. (-Um eventuell nachher noch etwas  Bug oder Hecklastigkeit auszugleichen)
Das fertige Schiff wartet auf seinen Stapellauf. Nicht aber ohne vorher die Decköffnungen mit Arcokebefolie (Baumarkt oder auch hertie Haushaltswaren) abzukleben.
Einen Gummibugfender schnitt und schliff ich aus festem Schaumgummi.

Die Kite mit 2 Decksvarianten

Eine Beschreibung für eine Kite mit offenem Heck findet ihrhier

Das Herstellen der Segel und des Riggs findet ihr auf einer anderen Seite.

Riggdetails findet ihr auch beim Baubericht über die LION

Bei Fragen und Anregeungen traut euch und schreibt mir


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[letzte Änderung: 27.01.2003]